Montag, 27. April, 2015

Von der traditionellen Wassermühle zum modernen Industriebetrieb -Vortrag von Christian Eikenberg in der Mühle

Am Sonntag, den 3.Mai 2015 war die Holzlarer Mühle fast bis auf den letzten Platz besetzt als Christian Eikenberg Einzelheiten seiner hoch interessanten Recherchen über die Entwicklung einer traditionellen Wassermühle in Niersachsen zu einem modernen Industriebetieb vortrug. Eikenberg, selbst ein Nachkomme der Müller-Familie Schwanneke, die die Mühle (”Fährmühle”) von 1820-1975 betrieben hat, verstand es die Zuhörer auch an hand einer Bilderserie zum Thema in seinen Bann zu ziehen.

Welche Wirtschaftskraft in der Müllerei steckte wird deutlich, wenn man weiss, dass im 18.Jahrhundert in Europa ca. 500.000 Wassermühlen existierten.Die Zuhörer konnten Kauf- und Verkaufverhandlungen und Abmachungen nachvollziehen. Probleme wie die Moderniseirung der technischen Ausstattung, Mahlwerke,Walzenstühle, Wasserräder, Turbinen, Dampfmaschineneinsatz Gleisanschlüsse u.ä. wurden angesprochen ebenso wie die Gefährdung durch Bränd, Hochwasser und Kriegshandlungen, die die Exportchancen beeinträchtigten.
Auch zahlreiche rechtliche Fragen, sowohl im Verhältnis von Mühlenbesitzern zu ihren Nachfolgern als auch die Rechte und Verpflichtungen des Müllers gegenüber der Obrigkeit wurden von Eikenberg eindrucksvoll vermittelt.

Erstaunlich auch, dass bereits im 19.Jahrhundert von den Mühlenbesitzern käftig Werbung betrieben wurde sowohl über Flugblätter als auch über Tagungen und Messen.

Die Fährmühle, an der Oker bei Hedwigsburg gelegen, wurde 1975 von der Familie Schwanneke verkauft und ging 1983 an die Bahlsen-Gruppe in Hannover über, von der sie noch heute betrieben wird.
(hk)